
Auswärtsspiel, 21.00 Uhr, 04.03.2026 – Safenwil
Wenn schon der Weg zum Match holpriger ist als ein schlecht angenommener Service, dann ahnt man: Das wird ein Abend mit Unterhaltungswert.
Die Damen vom Volley Mutschellen 1, oder zumindest ein Teil davon, machte sich gestern frühzeitigauf den Weg zum Tabellenschlusslicht VC Safenwil-Kölliken. Vier Autos für acht Spielerinnen und zwei Fans – man wollte offenbar sichergehen, dass auch wirklich jede ihre eigene Playlist bestimmen darf.
Früher Vogel wartet länger
Die Fahrplanung? Sagen wir so: Optimierungspotenzial vorhanden. Statt sportlich knapp traf man sportlich zu früh ein. Die Halle: verschlossen. Die Stimmung: noch gut. Die Blase: zunehmend angespannt.
Mit sehnsüchtigen Blicken wurde die Inhaberin des Hallenschlüssels erwartet – weniger aus Spielmotivation, mehr aus infrastrukturellen Gründen. Als sich die Türen endlich öffneten, war die Erleichterung spürbar. Und nutzbar.
Kabine wird zur Talkshow
Mit ungewohnt viel Zeit im Gepäck verwandelte sich die Garderobe kurzerhand in eine Mischung aus Wellness-Oase, Saisonrückblick und Klatschredaktion - wobei sich Letztere vor allem mit einer Frage beschäftigte: Wer ist Melanie*? Da das Saisonende vor der Tür steht, wurde nebenbei auch noch die Sporttasche entmüllt – ein archäologischer Fundort aus Tape-Resten, alten Matchblättern und mysteriösen Müsliriegeln.
Sportlich fiel beim Einlaufen auf: Das Kader war dezimiert. Eine Auswechselspielerin auf der Bank – ein Bild, das man kaum vom Damen 1 kennt. Spannung lag in der Luft.
Satz 1: Hoffnung keimt
Der erste Satz ging an die Gäste vom Mutschellen – mit starken Angriffen und Kampfgeist konnte der Druck auf das gegnerische Team hochgehalten werden. Doch das Heimteam bleibt den Mutschellnerinnen bis zum Schluss dicht auf den Fersen. Liegt da vielleicht für die Gastgeberinnen doch noch mehr drin?
Sätze 2 und 3: Realität klopft an
Leider klopfte sie nicht nur an, sie blieb auch gleich da. Safenwil fand besser ins Spiel, Mutschellen kämpfte – doch irgendwie schien es an der Umsetzung zu hapern. Lag es an den spärlichen Auswechselmöglichkeiten, der späten Abendstunde nach langem Arbeitstag oder zeigte sich Erschöpfung nach so vielen Trainings und Spielen? Viele mögliche Gründe, Tatsache; die Sätze zwei und drei gingen an die Gastgeberinnen. Das Tabellenschlusslicht spielte plötzlich wie ein Spitzenteam, während bei den Gästen der Wurm drin war.
Satz 4: Das fast Comeback in der Dunkelheit
Der vierte Durchgang versprach Dramatik. Und das nicht nur dank spannender Ballwechsel, 22.30 Uhr - pünktlich auf die Sekunde - versank plötzlich die Halle in völliger Finsternis. Doch auch von der digitalisierten Infrastruktur liessen sich die Gäste vorerst nicht aus der Ruhe bringen. Mutschellen bäumte sich auf, spielte mutig, brachte die Gegnerinnen ins Wanken. Das Tie-Break schien zum Greifen nah, die Verlängerung lag in der Luft – man hörte sie förmlich rascheln.
Doch wie so oft im Sport schrieb das Drehbuch kein Happy End. Auch Satz vier ging an Safenwil. 3:1 für die Gastgeberinnen.
Volley Mutschellen verliert gegen den Letztplatzierten.
Ein Satz, der nüchtern klingt – und trotzdem einen ganzen Abend voller Emotionen erzählt.
Schweigerunde statt Klatsch
Nach dem Spiel: ungewohnte Stille in der Garderobe. Wo vorher noch Tratsch und Taschenreinigung dominierten, herrschte nun eine Mischung aus Erschöpfung und Enttäuschung. Unter der Dusche wurden nicht nur Schweiss, sondern auch Frust und verpasste Chancen weggespült.
Denn eines ist klar: So leicht lassen sich die Mutschellnerinnen nicht unterkriegen.
Bereits am Sonntag steht das letzte Meisterschaftsspiel an. Und weil im mittleren Tabellenfeld noch alles eng beisammenliegt, ist die Rangierung alles andere als in Stein gemeisselt. Spannung bis zum Schluss – ganz ohne verschlossene Hallentüren.
Fortsetzung folgt. 🏐
*Name wurde von der Redaktion geändert
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