Post-Match-Interview – direkt nach der Komödie „Mutschellen vs. Smash“

Reporter: Willkommen zum Interview. 0:3 verloren. Erste Frage: Schneesturm war
angesagt, gekommen ist Regen. Symbolisch?
Mutschellen: Absolut. Wir haben uns mental auf Chaos vorbereitet – bekommen haben wir Nässe. Das zog sich dann konsequent durch den ganzen Abend.
Reporter: Der Weg nach Kaisten war lang. Zu lang?
Mutschellen: Definitiv. Irgendwo zwischen Kilometer fünf und sechs ging schon ein Teil der Energie verloren. Der Rest ist vermutlich noch auf der Autobahn.
Reporter: Erster Match nach den Weihnachtsferien, nur ein Training. Wie hat sich das bemerkbar gemacht?
Mutschellen: Man hat gesehen, dass wir noch im Ferienmodus waren. Einige von uns geistig noch beim Raclette, andere beim Geschenkpapier entsorgen. Spielrhythmus war... sagen wir: kreativ.
Reporter: Dazu ein dezimiertes Kader. Krank, Ferien. Wie schwierig war das? Mutschellen: Sehr. Krank, weg, verschollen – eigentlich fehlte nur „noch im Schnee stecken geblieben“.
Reporter: Es gab aber auch positive Nachrichten: der neue Flaschenhalter.
Mutschellen: Unser MVP. Hielt jede Flasche souverän, keine Fehlerquote, immer einsatzbereit. Einziger Neuzugang, der voll überzeugt hat.
Reporter: Kommen wir zum Spiel. Der erste Satz begann eher zurückhaltend, aber im Gleichschritt mit Smash.
Mutschellen: Ja, wir wollten nichts überstürzen. Leider haben wir dann auch nichts beschleunigt. Gleichschritt ist gut – wenn man irgendwann auch überholt.
Reporter: Am Satzende habt ihr ihn euch selbst aus der Hand genommen. Mutschellen: Klassische Selbstsabotage. Niemand wollte derjenige sein, der Verantwortung übernimmt – also hat Smash das freundlicherweise für uns erledigt.
Reporter: Zweiter Satz: wieder Gleichschritt, dann sogar ein kleiner Vorsprung. Hoffnung?
Mutschellen: Kurz. Sehr kurz. So kurz, dass man ihn fast übersehen hat.
Reporter: Smash drehte auf, bei euch ging die Luft aus dem Ballon.
Mutschellen: Der Ballon war vorher schon nicht prall, aber da hat jemand aktiv die Luft rausgedrückt.
Reporter: Noch eine Frage zu den Schiedsrichtern: Es wirkte, als hätten sie sehr vieles entschieden – manchmal einfach irgendwas. Sie pfiffen irgendwas, liessen anderes laufen, und obwohl ihr eine Karte eigentlich längst „verdient“ hättet, wollten sie sie euch einfach ums Verrecken nicht geben. Wie hast du das erlebt?
Mutschellen: Lacht Ja, das kann man so sagen. Die Linie war praktisch nicht vorhanden. Sehr viele Entscheide gingen klar gegen uns. Man hatte deutlich den Eindruck, dass die Schiedsrichter noch im Fondue-Koma waren und nicht wirklich sahen, was auf dem Feld passierte. In manchen Situationen hätte es durchaus Konsequenzen geben müssen, bis hin zu Platzverweisen, doch es blieb alles erstaunlich folgenlos. Insgesamt wirkte es so, als ob Smash eher unterstützt wurde – was für uns schwer nachvollziehbar war. Trotzdem müssen wir ehrlich bleiben: Wir hätten unser Spiel unabhängig davon besser durchziehen müssen.
Reporter: Dann noch ein Annahmetief.
Mutschellen: Genau. Falls irgendwer gesucht hat, wo man ein Spiel endgültig verliert – dort war es.
Reporter: Dritter Satz: gleiche Laschheit, gegen Ende noch weniger Luft.
Mutschellen: Korrekt. Der dritte Satz war quasi der Abspann, nur ohne Musik. Jeder wusste, wie es endet, aber wir haben trotzdem bis zum Schluss gespielt. Professionell leidend.
Reporter: Endstand 0:3. Stimmung?
Mutschellen: Ernüchtert, aber nicht hoffnungslos. Wir wissen, dass wir das besser können – und meistens auch tun.
Reporter: In einer Woche geht es weiter, mit zwei Trainings dazwischen.
Mutschellen: Riesiger Hoffnungsschimmer. Zwei Trainings! Das ist doppelt so viel Vorbereitung wie diesmal. Ziel: zurück zur gewohnten Stärke, das Lächeln wiederfinden und eine andere Geschichte schreiben.
Reporter: Letztes Wort?
Mutschellen: Schlechter Abend, schlechte Komödie – aber nächste Woche neues
Drehbuch.
Reporter: Zum Schluss noch ein Wort von meiner Seite. Dieses 0:3 liest sich deutlich, aber es erzählt nicht die ganze Geschichte. Erster Match nach den Weihnachtsferien, nur ein Training, zwei wichtige Spielerinnen gefehlt, ein weiter Weg, schwierige Bedingungen und ein Spiel, das nie wirklich in euren Rhythmus fand. Das alles erklärt einiges – auch wenn es nichts beschönigt.
Ihr wisst, was ihr könnt. Ihr habt in Phasen gezeigt, dass ihr mithalten könnt, dass ihr vorne dabei seid, wenn die Energie stimmt. Jetzt habt ihr zwei Trainings Zeit, um genau das wieder abzurufen: Sicherheit, Mut, Tempo – und vor allem das Lächeln auf dem Feld.
Nächste Woche gibt es keine Ausreden mehr, aber dafür eine Chance. Eine Chance, zurück zur gewohnten Stärke zu finden, als Team aufzutreten und zu zeigen, wofür Mutschellen steht.
Kopf hoch, Blick nach vorne.
Mutschellen: Danke. Und: Let’s go! Hopp Mutsch!
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